Wie ich monatelang genau das nicht getan habe, was ich anderen beibringe - und was ich daraus gelernt habe.
Es gibt diesen Moment, den ich lange niemandem erzählt habe. Ich sitze an meinem Schreibtisch, Laptop offen, Kaffee daneben. Mein Newsletter-Tool ist geöffnet. Die leere Seite wartet. Und ich - die Frau, die anderen erklärt, wie man E-Mail-Marketing aufbaut, die Funnels konzipiert, die ihren Kundinnen zeigt, wie man eine Liste aufbaut und daraus ein Business macht - sitze da und tippe nichts.
Ich scrolle stattdessen durch Instagram.
Nicht einmal, nicht zweimal. Ich meine: das ist mein Muster geworden. Woche für Woche.
Das Absurde an der Situation: Mein System hat funktioniert. Die Technik stand. Wenn jemand auf meine Seite kam und sich eintrug, lief der Funnel durch. Conversion okay, Kunden kamen rein, Anfragen kamen rein.
Aber aktiv sichtbar sein?
Neuen Content rausbringen?
Folge-Angebote in den Newsletter schreiben?
Meinen Social Media Account bespielen?
Blos nicht, denn da war diese Wand. Diese Handbremse, die mich gefühlt immer mehr zurückgehalten hat, obwohl ich eigentlich voll im Gas stand.
Ich hatte Kundenprojekte. Die habe ich immer vorgezogen.
«Erst die Kundinnen, dann mein Kram» - das klingt ja auch irgendwie edel, oder?
Verantwortungsbewusst. Professionell.
Heute weiss ich: Es war eine sehr elegante Ausrede.
Wenn ich doch mal Zeit hatte, ist Folgendes passiert:
Weiterbildung. «Ich muss das noch wissen, dann kann ich wieder loslegen.» Ich habe Kurse gemacht, Podcasts gehört, Notizen geschrieben. Und danach? Nochmal nichts gepostet.
Oder ich war am scrolle, ganz ohne Ziel, ohne Ende, ohne dass ich danach auch nur einen einzigen Satz geschrieben hätte.
Und das Nachfassen... bei bestehenden oder potenziellen Kundinnen - eine Sache, von der ich weiss, dass sie der direkteste Weg zu mehr Business ist.
Sachen, die ich im Schlaf erklären kann, und bei denen ich auch immer wieder gesehen habe, dass sie wirklich funktionieren, wenn meine Kunden sie anwenden.
Und trotzdem: Ich habe sie einfach nicht getan. Woche für Woche. Manchmal mit einer dünnen Begründung, meistens ohne.
Der Tag war einfach «nicht der richtige».
«Was stimmt nicht mit mir? Andere kriegen das doch auch hin.»
Irgendwann kommt dieser Satz, der sich festbeisst.
Ich habe gedacht, es liegt an meiner Disziplin, oder dass ich einfach konsequenter sein muss. Vielleicht striktere To-do-Listen machen sollte oder meinen Kalender enger planen sollte.
Ich habe gedacht, vielleicht ist das Angebot noch nicht fertig genug. Vielleicht fehlt noch ein Detail an der Website. Vielleicht muss ich erst noch ein bisschen besser werden, bevor ich rausgehe.
Aber, das war nur alles mehr Druck auf mich.
Was mir nicht in den Sinn gekommen ist: dass es vielleicht gar nicht um Disziplin geht.
Ich berate Einzelunternehmerinnen im E-Mail-Marketing. Ich erkläre, wie man eine Liste aufbaut, Vertrauen schafft, einen Newsletter schreibt, der wirkt. Das ist buchstäblich mein Job.
Und mein eigener Instagram-Account ist eingeschlafen.
Mein eigener Newsletter ist seit Monaten nicht rausgegangen.
Ich fasse bei eigenen potenziellen Kundinnen nicht nach.
Ich habe das lange als persönliche Schwäche abgehakt.
Oder auch mal als Qualitätsanspruch verkleidet. Als «ich arbeite halt lieber im Hintergrund».
Heute nenne ich es beim richtigen Namen: Ich war gelähmt. Komplett im Freeze-Modus.
Und ich wusste nicht mal, was das bedeutet.
Was sich wie Faulheit anfühlt, ist oft keine.
Was sich wie fehlende Disziplin anfühlt, hat oftmals einen ganz anderen Ursprung.
Als Einzelunternehmerin triffst du ständig Entscheidungen - meist ganz alleine. Das kann anstrengend sein.
Du bist sichtbar - oder sollst es sein. Du zeigst dich, dein Angebot, deinen Preis, deine Meinung.
Das ist für viele von uns mehr Stress, als wir zugeben würden.
Und wenn das Nervensystem unter Dauerbelastung steht, reagiert es irgendwann. Meist nicht direkt mit einem grossen Knall oder richtigem Zusammenbruch oder mit viel Drama.
Oft tut es das stattdessen ganz leise: mit Ablenkung, mit Aufschieben, mit dem Gefühl, dass heute einfach nicht der richtige Tag ist.
Das ist keine Schwäche. Das ist Biologie.
Ich habe das erst verstanden, als ich aufgehört habe, nach einer besseren Strategie zu suchen - und angefangen habe, mir anzuschauen, was in meinem Körper eigentlich passiert, wenn ich vor dem leeren Newsletter-Entwurf oder dem Social-Media Post sitze.
Nicht, weil Scheitern irgendwie romantisch ist.
Und auch nicht, um zu jammern.
Ich erzähle dir das, weil ich weiss, dass ich nicht die Einzige bin. Weil ich in Gesprächen mit Kundinnen immer wieder die gleichen Sätze höre: «Ich weiss eigentlich, was ich tun müsste. Ich tue es trotzdem nicht.»
Weil der Funnel läuft, die Website steht, das Angebot klar ist, der Marketingplan da ist - und trotzdem passiert nichts.
Weil ich inzwischen verstehe, was dahinter steckt, und ich einen Weg gefunden habe, der mir geholfen hat, das zu ändern und weil ich dir zeigen will, dass das auch für dich funktionieren kann.
In den nächsten Wochen erzähle ich dir mehr davon: Was ich heute tue, was sich verändert hat und wie sich das konkret für mich zeigt
.
Bis dahin: Schau mal ehrlich hin.
Gibt es einen Bereich in deinem Business, wo du weisst, was du tun solltest - und es trotzdem immer wieder (nicht) tust?
Du musst mir nicht antworten. Aber vielleicht ist das die Frage, die es wert ist, ehrlich zu beantworten.
Ich begleite im Moment eine ausgewählte Anzahl Unternehmerinnen genau dabei - mit dem Programm «Sicher Sichtbar».
5 Plätze, Einstiegspreis, April & Mai.

Barbara Schweizer
Marketingberaterin und Nervensystem-Coach für Einzelunternehmerinnen. Sie hilft dir, nicht nur zu wissen, was zu tun wäre, für erfolgreichen Business-Aufbau - sondern es auch wirklich zu tun.